BSV Lendringsen 1919 e.V.
BSV Lendringsen 1919 e.V.

Fußball Pioniere:

Als nach 1918 aus demKrieg heimgekehrte Turner den Weg zu Ihrem alten Turnverein Westfalia Lendringsen zurückfanden, kannte die Begeisterung der wiedervereinten Schar keine Grenzen. Die vor dem Krieg bereits angestrebte Fußball-Abteilung wurde nun ins Leben gerufen. Der Verein beauftragte
Heinrich Schroers und Robert Alberts mit den Vorbereitungen zur Gründung einer
solchen Abteilung.
Die ersten Gehversuche des heutigen BSV fanden im Mai 1919 statt.Die Pioniere des Lendringser Fußballs waren: Emil Fischer, Anton und
Wilhelm Droste,
Franz Sels , Adolf und Ludwig Hildenstab, Artur Buddenberg,
Fritz Müller, Willi Dubielzig
und Adolf Breuker. Sie bildeten die “erste“ Mannschaft im wahrsten Sinne des Wortes.In der Folgezeit vergrößerte sich der Spielerkreis um Theo Tünnemann, Fritz Plate und Willi Kramer. Sie alle bemühten sich als Wegbereiter des Fußballs in ihrer Heimatgemeinde.Man spielte zunächst “wild“. Doch mit wachsender Begeisterung stellte man im Januar 1920 den Antrag auf eine eigene Fußballriege innerhalb des Turnvereins Westfalia. In der
Mitgliederversammlung vom 26 Juni 1920 legte der amtierende Vorsitzende Ludwig Brühmann die einzelnen Bestimmungen zur Regelung der Vereinsgeschäfte vor:
“Die Fußballabteilung“ bildet eine eigene Riege innerhalb des Vereins. Sie wird im Vorstand vertreten durch ihren Obmann und den Spielführer. Sie untersteht dem Turnwart des Vereins. Sie hat die Möglichkeit am Turnen,insbesondere an den leichtathletischen Übungen und an den entsprechenden Wettkämpfen zu beteiligen.Die Mitglieder der
Fußballabteilung zahlen neben den ordentlichen Beiträgen der Turner bzw.
Turnzöglinge einen Sonderbeitrag von 60 bzw. 30Pfennigen monatlich, eine
getrennte Kassenführung für Sonderbeiträge darf nicht erfolgen.
1920 fand das erste Meisterschaftsspiel statt. Zu den bereits erwähnten Fußballpionieren kamen mit Johann und Theo Weingarten, Franz Zander, Otto Vollert, Lange, Willi Überall und Ernst Hose weitere Spieler. Den benötigten Platz, eine Wiese des Bauern Schulte Hense, richtete man mit vereinten Kräften unter der Leitung von Norbert Riekenbrock her. Am 10. Oktober 1920 fand anlässlich des 26. Stiftungsfestes des Turnvereins das erste Turnier statt. Eingeladen waren Jahn Menden,SV Deilinghofen, Spiel und Sportverein Balve sowie der Sportverein Neuenrade. Die Mängel des Platzes waren nach dieser Veranstaltung nicht mehr zu verleugnen. Die Anlage gab in ihrer sumpfigen Verfassung Anlass zur notwendigen Trockenlegung. Neue Kräfte traten als Verstärkung in Erscheinung und eine zweite Mannschaft erweiterte die Fußballabteilung. Der Lohn einer guten Trainingsarbeit war der sechste Platz in der zweiten Kreisklasse.Von diesem Leistungsniveau fühlte sich der Nachwuchs angesprochen. 1921 verfügte man über zwei Seniorenteams und eine Jugend. Doch was so schwungvoll begonnen hatte sollte am 14 März 1921 ein jähes Ende erfahren.In einer dreistündigen heißen Debatte beschloss man die Trennung der Fußballabteilung vom Turnverein Westfalia. Damit war der erste Schritt zur Selbständigkeit des neuen “Ballspielvereins“ getan.Der junge Verein stand zwar noch auf wackeligen Beinen, doch das gute kameradschaftliche Zusammengehörigkeitsgefühl ließ den Klub so manche schwierige Zeit überstehen.Spieler warfen die spärlichen Reste an Geld zusammen um einen neuen Ball zu kaufen. Schuhe Trikots und Hosen wurden aus eigener Tasche angeschafft.

Mit “Krückstock“ Spieler motiviert

Der BSV Lendringsen hatte in den Jahren seines Bestehens auch so manche schwere Phase zu überstehen-und das lag nicht zuletzt auch an den Sportplätzen! So führte der katastrophale Platzzustand Ende der 20er Jahre zu einer “Lustlosigkeit im Training“.Gastmannschaften kamen nur noch zu pflichtspielen.Viele Zeitgenossen hatten den BSV schon abgeschrieben. Aber der alte Kampfgeist lebte wieder auf, als Norbert Riekenbrock (genannt Bertz) 1930 den Vorsitz übernahm. Sein Wahrzeichen war der allen Lendringsern bekannte “Krückstock“. Damit motivierte er die Spieler, mahnte die Schiedsrichter und hielt aufgebrachte Zuschauer in Schach. Riekenbrock stellte dem Verein sein gepachtetes Gelände (ehemalige Max-Becker-Kampfbahn) zur Verfügung. Der stetige Ärger mit dem auch hier total versumpften Feld war schließlich ausschlaggebend für das Erlahmen des Vereinslebens. Der Chef des Eisenwerkes Rödinghausen Max Becker stellte als Ausweichmöglichkeit eine Schlackehalde innerhalb des Fabrikgeländes zur Verfügung. Der sportliche Aufschwung ließ allerdings bis 1941 auf sich warten. Erneut wurde der Platz gewechselt. Ein schwarzer Ascheplatz hinter der alten Schule (heute Lendringser Platz) mit nur 90 Metern Länge lies die Morastigen Zeiten vergessen. Der Vorsitzende Kurt Haak und seine Mitstreiter schufen in Zeiten, wo sich das Chaos schon abzeichnete, neue Perspektiven. Nach dem Krieg lief der Spielbetrieb 1945 wieder an. Die finanziellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten forderten ein gemeinsames Vorgehen der Vereine, um die gesteckten Ziele zuerreichen. Mehrere Mitgliederversammlungen im Jahre 1948 brachten diesen Wunsch einstimmig zum Ausdruck. Am 10.September 1948 war es dann tatsächlich soweit. Der Turnverein Westfalia und der Ballspielverein schlossen sich unter dem neuen Namen “Turn und Sportverein 1984e.V.“ zusammen. Diese “Ehe“ hielt bis zum 25.Juli 1953 ehe die Trennung der Kicker vom Turnverein erfolgte. Die Heimat des BSV Lendringsen 1919, wie der Club fortan wieder hieß, sollte die Max-Becker-Kampfbahn sein, die am 10.August 1952 offiziell eingeweiht worden war. Kontinuität ist seitdem Trumpf in Lendringsen, auch wenn der sportliche Erfolg nicht immer gewährleistet war- in den 50er und 60er Jahren pendelte der BSV zwischen Beziksliga und Kreisliga. Ein wichtiger Punkt, der auch heute noch eine der wichtigsten Vorgaben für dieBlau -Weißen ist, ist die Nachwuchsförderung. Das betonten die BSVer schon 1969 zum 50. und 75. Geburtstag. Einen breiten Raum im heutigen Vereinsleben nimmt die Jugendarbeit ein. Die Jugendpflege ist eine der schönsten und schwersten Aufgaben im Verein. Diese Aufgabe haben sich die Verantwortlichen auch heute noch verschrieben.

Spielszene 1951
1951 Spiel gegen Fröndenberg
Einweihung Max-Becker-Kampfbahn 1952
Spielszene 1964 Max Becker Kampfbahn
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